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"Viva la Neugier!"

Mi, 17.09.2008
Zwei junge Forscher führen der Kanzlerin ihr Experiment vor
Vergrößerung
Foto: REGIERUNGonline/Steins
Beachtliche Erkenntnisse mit Schulmitteln
Hightech mit Tesafilm und Grafit? Wie das und ein paar andere erstaunliche Dinge funktionieren, erklärten ein paar Gymnasiasten der Bundeskanzlerin jetzt im Kanzleramt.
Okay, Angela Merkel hat selbst Physik studiert. Deshalb haben die Jungs und Mädels, die bei "Jugend forscht" gewonnen haben, von vornherein einen Stein bei ihr im Brett. Als sie die Gruppe im Kanzleramt begrüßt, sieht man ihr das an.
 
Aber nicht allein diese Gemeinsamkeit ist es: Dass sich junge Männer und Frauen für Mathe, Technik und Naturwissenschaften interessieren, ist wichtig für ganz Deutschland, da ist sich die Kanzlerin sicher. Denn nur, wenn unser Land auf dem Hightech-Sektor in der Welt ganz vorne mitmischt, wird es uns weiter so gut gehen wie heute. Weil nur beste Technik gutes Geld bringt. Und weil die Konkurrenz in China, Indien und andernorts nicht schläft.
 

Junge Forscherinnen und Forscher braucht das Land

 
GruppenbildFoto: REGIERUNGonline/Steins Vergrößerung Merkel im Kreis der ausgezeichneten JungforscherFür die Gewinnerinnen und Gewinner des bekannten Bundeswettbewerbs "Jugend forscht" hat Angela Merkel deshalb ein großes Wort übrig: "Sie sind unsere Hoffnung", sagte sie. Und sie ermunterte die Mädchen und Jungen, sich weiter für Technik und die Naturwissenschaften zu begeistern – und darin noch fitter zu werden, als sie es eh schon sind. Denn es gibt einfach zu wenig Techniknachwuchs in Deutschland.
 
Die eigentlichen Auszeichnungen des Wettbewerbs waren schon im Mai vergeben worden. Die Kanzlerin überreichte jetzt den mit 1.700 Euro dotierten Sonderpreis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit. Und der ging an Tobias Kaufmann (16), Luca Banszerus (16) und Michael Schmitz (17) aus Bad Münstereifel.
 

Ein Stückchen Tesafilm ...

 
Den Schülern des St. Michael-Gymnasiums ist es gelungen, sozusagen aus dem Chemiebaukasten Graphen (Betonung auf dem "e") herzustellen. Das ist sehr beachtlich für eine atomdünne Kohlenstoffschicht. Dafür klebten die Jungforscher einfach ein Stück Tesa auf Grafit. Wieder abgezogen und auf ein Siliziumscheibchen geklebt, waren unterm Mikroskop anschließend winzige Graphen-Flöckchen zu erkennen. Der Brechungskontrast des Lichts belegte die Dicke der Probe: genau eine Schicht Kohlenstoffatome.
 
Wer "Jugend forscht" gewinnt, entscheidet sich später häufig für ein naturwissenschaftliches Studium. Und danach gehen viele junge Männer und Frauen in die Forschung und Entwicklung an Unis oder anderen Forschungseinrichtungen.
 
Das zeigt: Früh anfangen macht nicht nur Spaß, sondern zahlt sich auch aus. "Die Zahlen sprechen für sich", fand die Bundeskanzlerin.
 

Forsche(nde) Mädchen im Kommen

 
Unter dem Motto "Viva la Neugier!" waren beim diesjährigen 43. Bundeswettbewerb "Jugend forscht" 10.102 Jungforscher und Jungforscherinnen an den Start gegangen. Das war die zweithöchste Teilnehmerzahl seit den Anfängen des Wettbewerbs im Jahr 1965. Rund 38 Prozent waren Mädchen: ein Rekord!
 
"Jugend forscht" wurde 1965 von Henri Nannen, dem Gründer der Zeitschrift Stern, ins Leben gerufen. Unterstützt wird der Wettbewerb von der Bundesregierung, Unternehmen und Schulen. Die Einladung aller Platzierten zu einem Empfang ins Bundeskanzleramt ist schon gute Tradition.