Keine Zukunft ohne Vergangenheit

Mi, 27.01.2010
 
„Ich bin so froh, dass ich dich mitgenommen habe.“ So beginnt das Tagebuch der Anne Frank. Warum es so plötzlich endet, wisst ihr. Deutsche Nationalsozialisten ermordeten das Mädchen im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Mit ihr starben sechs Millionen jüdische Menschen in deutschen Vernichtungslagern.
Eines der größten Lager war in Auschwitz-Birkenau. Am 27. Januar 1945 war es dort bitterkalt. Doch für die Häftlinge des Konzentrationslagers war dieser Tag ein Tag der Freude. Die Rote Armee befreite sie aus dem Lager. Jahrelange Ängste, Folter und Hunger hatten ein Ende.
 
KZ-Häftlinge in einer BarackeFoto: picture-alliance/dpa Vergrößerung Unmenschliche Bedingungen - Gefangene im KZ Auschwitz-BirkenauDas ist jetzt 65 Jahre her. Und damit keiner die schrecklichen Verbrechen der Nationalsozialisten vergisst, wird der 27. Januar jedes Jahres als internationaler Gedenktag an den Holocaust begangen. Er soll uns an unsere Verantwortung erinnern: Nie wieder dürfen solche Gräueltaten geschehen! 
 

Verantwortung für das Gestern und Heute

 
"Deutschland hat eine immerwährende Verantwortung für diesen Teil der Geschichte." Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern bei einem Empfang von Holocaust-Überlebenden und Jugendlichen im Kanzleramt. "Ich bin der festen Überzeugung, dass es nur so möglich ist, unsere Zukunft zu gestalten."
 
Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt den Präsidenten Israels Shimon PeresFoto: REGIERUNGonline/Bergmann Vergrößerung Peres und Merkel finden es wichtig, den Opfern zu gedenken.Auch der israelische Präsident Shimon Peres denkt so. "Wer eine neue Zukunft bauen will, darf die Vergangenheit nicht vergessen" - das ist ein Motto des 86-jährigen Peres. Er sprach heute als erster israelischer Präsident zum Holocaust-Gedenktag im Bundestag.
 
Die Verantwortung für die deutsche Geschichte bestimmt auch heute das Verhältnis zu Israel. Deshalb ist es beiden Ländern sehr wichtig, dass junge Deutsche und Israelis mehr übereinander erfahren. Mit dem Deutsch-Israelischen Zukunftsforum werden gemeinsame Projekte gefördert.
 
Deutsch-Israelisches Zukunftsforum
 
Wenn du dir selbst ein Bild über Israel machen möchtest, kannst du auch an einem deutsch-israelischen Jugendaustausch teilnehmen.
 
Deutsch-israelischer Jugendaustausch