Ab Mittag waren die 1.244 Mitglieder der Bundesversammlung zusammengekommen, um den neuen Bundespräsidenten zu wählen.
Die vier Kandidaten waren: Christian Wulff, Joachim Gauck, Lukrezia (Luc) Jochimsen und Frank Rennicke. Wulff war Kandidat von CDU/CSU und FDP. Gauck kandidierte für die SPD und die Grünen. Jochimsen kandidierte für die Partei Die Linke. Und Rennicke wurde von der NPD nominiert.
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In den ersten beiden Wahlgängen bekam keiner der Kandidaten die nötige Mehrheit von 623 Stimmen. Nach dem zweiten Wahlgang zogen Jochimsen und Rennicke ihre Kandidatur zurück. Jetzt mussten sich die Wahlmänner und Wahlfrauen noch zwischen Wulff und Gauck entscheiden.
Im dritten und letzten Wahlgang bekam Wulff 625 Stimmen – und war damit zum neuen Staatsoberhaupt gewählt worden. Gauck erhielt 494 Stimmen. 121 Mitglieder der Bundesversammlung enthielten sich der Stimme, und zwei Stimmen waren ungültig.
Zwei Tage nach der Bundesversammlung wurde der neue Bundespräsident vereidigt. Dazu fand im Deutschen Bundestag eine gemeinsame Sitzung von Bundestag und Bundesrat statt.
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Christian Wulff ist der zehnte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland – und mit 51 Jahren auch der jüngste. Geboren wurde er am 19. Juni 1959 in Osnabrück. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder: Annalena und Linus Florian. Für die nächsten fünf Jahre zieht Wulff nun mit seiner Familie ins Schloss Bellevue, den Amtssitz des Bundespräsidenten, ein.
Bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten war Wulff Ministerpräsident von Niedersachsen. Da ein Bundespräsident aber kein anderes politisches Amt haben darf, trat er gestern Abend sofort als Ministerpräsident zurück.
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Nach seiner Wahl hielt Wulff noch eine kurze Rede. Er sagte: "Ich nehme die Wahl außerordentlich gerne und aus Überzeugung an und freue mich auf die verantwortungsvolle Aufgabe." Bei Joachim Gauck bedankte er sich für "einen fairen Wettstreit". Anschließend gab es für den neuen Bundespräsidenten dann noch ganz viele Glückwünsche und Blumen.
Was hat der Bundespräsident für Aufgaben?
Gewählt wird der Bundespräsident von der Bundesversammlung, und zwar für fünf Jahre. Die Präsidentenwahl ist die einzige Aufgabe der Bundesversammlung.
Zur Bundesversammlung gehören alle Politikerinnen und Politiker des Deutschen Bundestages. Die gleiche Anzahl an Mitgliedern kommt aus den 16 Bundesländern. Die Vertreter der Bundesländer müssen jedoch keine Politiker sein. Oft sind es Prominente wie Sportler oder Schauspieler oder aber ganz normale Bürgerinnen und Bürger.