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Was ist ein Staatsbesuch?
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Eine Kanzlerin sitzt beim Regieren natürlich nicht ständig am Schreibtisch oder auf der Regierungsbank im Parlament . Manchmal geht sie auch auf Reisen.
Genau genommen ist sie die meiste Zeit unterwegs. Zum Beispiel auf den vielen Terminen überall in Deutschland. Es kann passieren, dass die Kanzlerin an einem Tag vom Norden des Landes bis in den Süden reist. Einmal quer durch die Republik. Hier hält sie eine Rede, dort wartet ein wichtiger Gesprächspartner. Und am Abend muss sie wieder in Berlin sein. Die vielen Termine sind nicht immer ein Vergnügen.
Gespräche, Treffen und Veranstaltungen - hin und wieder reist die Kanzlerin dafür um die halbe Welt. Genauer gesagt: Eine Bundeskanzlerin macht offizielle Besuche. Wenn sie sehr kurz sind, heißen sie auch Arbeitsbesuche.
Staatsbesuch oder offizieller Besuch?
Das Wort Staatsbesuch ist, wenn man’s ganz genau nimmt, nicht ganz richtig. Denn für die Staatsbesuche sind nur die Staatsoberhäupter zuständig. Das ist bei uns der Bundespräsident.
Ob nun Staatsbesuche, offizielle Besuche oder Arbeitsbesuche, für alle gilt: So ein Besuch ist richtig anstrengend. Für die Kanzlerin selbst, und auch für ihre Begleiterinnen und Begleiter; sind diese Reisen kein Vergnügen. Sie sind ein wichtiger Teil ihrer Arbeit.
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Warum macht die Bundeskanzlerin offizielle Besuche?
In der Politik ist es wie im wirklichen Leben: Damit am Ende ein gutes Ergebnis herauskommt, müssen Menschen gut zusammenarbeiten. Dazu müssen sich die Politikerinnen und Politiker gegenseitig vertrauen. Wenn sie sich persönlich kennen, wenn sie miteinander sprechen und sich zuhören, funktioniert das am besten. Dieses Vertrauen ist ganz wichtig für die Beziehungen von Staaten und ihren Regierungen.
Auf der Welt gibt es viele Völker und Menschen mit ganz unterschiedlichen Kulturen und Denkweisen. Bei einem offiziellen Besuch kann die Kanzlerin dem anderen Staatsmann, der Staatsfrau ihre Meinung, ihre Ideen und die Kultur unseres Landes persönlich erklären.
Schon oft sind aus persönlichen Kontakten Bündnisse und enge Beziehungen entstanden. Genauso wie häufig aus Schüleraustauschen persönliche Freundschaften entstehen. Und aus vielen Schülerfreundschaften Völkerfreundschaft.
Und das alles geht nur, wenn man sich gegenseitig besucht. Selbst in Zeiten von Mails und Chats.
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Wie wird ein Besuch im Ausland vorbereitet?
Bei einem offiziellen Besuch gibt es so gut wie keine Zufälle. Alles wird genau geplant. Dabei arbeiten das Kanzleramt, das Auswärtige Amt und das Bundespresseamt eng zusammen. Einfach mal einen Einkaufsbummel zu machen, wenn man schon in China ist, geht eben nicht.
Reiseroute, Gesprächstermine, Gesprächsthemen, Gastgeschenke: Alles will wohl bedacht sein. Nur ein Flugticket braucht die Kanzlerin nicht. Sie kann die Regierungsflugzeuge benutzen.
Eines der beiden großen Flugzeuge heißt "Konrad Adenauer", das andere "Theodor Heuss". Beide haben alles, was die Kanzlerin auf Reisen braucht, zum Beispiel einen Konferenzraum und sogar eine Schlafkabine. Schließlich muss sie ausgeruht sein, wenn sie wichtige und manchmal schwierige Gespräche führen muss.
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Wer fliegt mit der Kanzlerin?
Es gibt eine ganze Menge Leute, die auf jeden Fall dabei sind: zum Beispiel Dolmetscherinnen, Stenografen, Bodyguards, Regierungssprecher, Journalistinnen, Fotografen, Experten für die Region und eine Ärztin. Die gesamte Begleitung der Kanzlerin nennt man "Delegation".
Wenn noch eine Ministerin oder ein Minister mitfliegt, reicht ein Flugzeug oft gar nicht aus.
Bevor die Kanzlerin kommt, besprechen die deutschen Diplomaten im Gastland mit ihren Kollegen vor Ort die Einzelheiten: ob die Königin oder der Präsident dabei sein wird und über was gesprochen werden soll.
Die Kanzlerin hat viele Hände zu schütteln. Und sie muss sie manchmal sogar sehr lange schütteln. Damit die Fotografen genug Zeit haben, um gute Bilder zu machen. Sie schreitet Militärformationen ab, lauscht mit ernster Miene den Nationalhymnen und schüttelt wieder Hände.
Die Frauen und Männer vom Protokoll sorgen dafür, dass alles zur richtigen Zeit passiert. Denn es ist wichtig, wer wem zuerst die Hand gibt und wie sich die Kanzlerin kleidet.
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Worüber spricht die Kanzlerin?
Auf Reisen finden also viele Gespräche statt. Zum Beispiel im Oval Office in Washington. Das ist das Büro des Präsidenten der USA im Weißen Haus. Oder in China in der Großen Halle des Volkes, in Moskau im Kreml und in Japan im Palast des Kaisers. Nachdem alle Höflichkeiten ausgetauscht sind, werden die Türen geschlossen. Jetzt wird geredet.
Dabei kommen die aktuellen politischen Fragen zur Sprache. Man sucht nach Gemeinsamkeiten. Wo es angebracht ist, äußert die Kanzlerin aber auch schon mal Kritik oder Sorge. Zum Beispiel, wenn die Achtung der Menschenrechte in Gefahr ist. Am Ende stehen dann Erklärungen, Vereinbarungen oder Verträge.
Meistens spielen auch wirtschaftliche Kontakte eine Rolle. Es ist ganz normal, dass sich die Kanzlerin auch für die deutsche Wirtschaft einsetzt. Mit ihr reisen deshalb auch immer wieder Leute aus Unternehmen und Wirtschaftsverbänden, die sich im Gastland mit Geschäftspartnern treffen. Schön ist es, wenn dann auch schon erste Verträge unterschrieben werden.
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