Das Wort Koalition heißt so viel wie Vereinigung oder Bündnis. Jeder von uns geht in seinem Leben Koalitionen ein. Nur nennen wir sie meist anders.
Das fängt auf dem Schulhof oder im Klassenzimmer an und setzt sich später am Arbeitsplatz fort. Wenn man es genau nimmt, werden auch in vielen Familien Koalitionen geschlossen.
Das lässt sich einfach erklären: Stell dir vor, ihr habt in eurer Klassenkasse Geld gespart und möchtet einen Ausflug machen. Jetzt gibt es in der Klasse drei Gruppen: Die einen möchten unbedingt etwas im Freien unternehmen, weil ihr beim letzten Mal im Museum wart. Eine andere Gruppe möchte in die Eishalle zum Schlittschuhlaufen, und die dritte Gruppe will in den Zoo. Wenn sich jetzt die, die nach draußen wollen, mit den Zoofreunden verbünden, haben beide etwas davon - und das nennt man eine Koalition. Schlittschuhlaufen könnt ihr dann ja ein anderes Mal.
Also immer, wenn sich zwei oder mehrere Gruppen zusammentun, um gemeinsam ihre Interessen durchzusetzen, kann man von einer Koalition sprechen.
Und wozu braucht man eine Koalition in der Regierungspolitik?
Um zu regieren und bei Abstimmungen zu gewinnen, muss eine Partei in der Mehrheit sein. Das heißt, mehr als die Hälfte aller Wählerinnen und Wähler muss für sie gestimmt haben.
Bei einer Wahl passiert es aber ganz selten, dass eine Partei alleine mehr als die Hälfte der Stimmen bekommt. Die Parteien suchen sich deshalb andere Parteien als Partner und verabreden, was sie gemeinsam erreichen wollen. Das schreiben sie dann in einem Koalitionsvertrag auf (damit es später keinen Streit gibt, was verabredet worden ist).
Koalitionen sind auch deshalb wichtig, weil alle gewählten Abgeordneten im Bundestag die Kanzlerin oder den Kanzler wählen. Denn die Bundeskanzlerin oder der Bundeskanzler braucht die Mehrheit der Stimmen aller Abgeordneten. Erst dann kann sie oder er die Regierung bilden. Auch die Gesetze entstehen durch Abstimmungen. Auch hier braucht man die Mehrheit der Stimmen.
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Wo gibt es Koalitionen?
Koalitionen kann es in allen gewählten Versammlungen der Bundesrepublik geben. Am bekanntesten sind sie in den Landtagen und im Bundestag. In der Regel steht am Tag nach der Wahl fest, welche Partei wie viele Sitze bekommt. Wenn dann, wie meistens, keine Partei mehr als die Hälfte der Sitze hat, gehen die Gespräche los, wer sich mit wem zu einer Koalition verbündet.
Im deutschen Parlament, dem Bundestag, sind zur Zeit Abgeordnete aus sechs verschiedenen Parteien vertreten. Die Abgeordneten können sich im Bundestag in Gruppen, das nennt man dann Fraktionen, zusammenschließen. Die größten Abgeordnetengruppen bilden die CDU/CSU und die SPD. Daneben sitzen einige kleinere Parteien im Bundestag. Zum Beispiel die FDP, Bündnis 90/Die Grünen oder, seit 1990, Die Linke.
Fast alle bisherigen Bundesregierungen waren Koalitionsregierungen. Dabei war seit 1949 immer mindestens eine der beiden größeren Fraktionen - also CDU/CSU oder SPD - an den Koalitionen beteiligt. Nur von 1960 bis 1961 regierte die CDU/CSU einmal alleine.
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