Was macht die Bundesregierung dafür, dass so viele verschiedene Menschen in Deutschland friedlich zusammenleben?

 
Kinder verschiedener Kulturen in einem Stadion
Vielleicht kennt ihr das: Ein neuer Schüler kommt in eure Klasse.  Er spricht vielleicht nicht so gut deutsch, sieht anders aus, benimmt sich anders. Wenn es gut geht, dann lernt er bald deutsch, spielt mit den anderen Jungs Fußball und findet Freunde.
Aber es sind nicht nur ein paar Schüler, die in Deutschland leben und deren Familien ihre Wurzeln im Ausland haben. Es sind mehr als 15 Millionen Menschen aus 200 verschiedenen Ländern.
Internationale Studenten mit einer britischen und russischen Tageszeitung

Woher kommen die unterschiedlichen Menschen?

Die erste große Gruppe der heute in Deutschland lebenden Ausländer kam vor etwa 50 Jahren in unser Land, um zu arbeiten. Diese "Gastarbeiter" wollten und sollten auf Zeit bleiben. Dann entschieden sich viele von ihnen für ein Leben in Deutschland. Viele haben so eine neue Heimat in unserem Land gefunden. Viele sind aber auch Fremde geblieben.
 
In den späteren Jahrzehnten veränderte sich die Zuwanderung. Nun kamen Menschen aus anderen Gründen nach Deutschland - zum Beispiel, weil sie aus ihrer Heimat fliehen mussten. Aus Mittel- und Osteuropa kamen viele Menschen in das Land ihrer Vorfahren zurück, die vor Generationen zum Beispiel nach Russland ausgewandert waren.
 
Unser Leben hat sich dadurch verändert. Deutschland hat immer viele Einflüsse von außen aufgenommen. Die italienische Pizza und der türkische Döner sind heute nicht mehr wegzudenken. Aber auch andere Einflüsse betrachten wir ganz selbstverständlich als Teil unseres Landes und unserer Kultur. Diese Situation bringt viele Chancen. Aber auch die Gefahr von Spannungen - zwischen Deutschen und Zuwanderern, aber auch zwischen Zuwanderern untereinander. Dies erfordert eine gute Integrationspolitik. nach oben
Autor:Schoene/laifErstellt am:07.08.2006Objektbeschreibung:Koeln Staedtische Gemeinschaftsgrundschule Hoehenberg Grundschule Schule Bildung Erziehung Schüler Sozialer Brennpunkt Immigration Migration Migrationshintergund (70 integrativ Integrati....

Was bedeutet "Integration"?

Integration kann mit "Eingliederung" übersetzt werden. Wenn also ein neuer Schüler in die Klasse kommt und sich mit Hilfe der anderen Schüler in die Klassengemeinschaft gut einfügt, dann wird er integriert, also eingegliedert. Dann sagt man, "er hat sich gut eingelebt" oder "er ist gut integriert in die Klasse". Aber dazu gehört auch, dass die anderen in der Klasse ihm ohne Vorurteile begegnen und offen und neugierig auf ihn zugehen.
 
Zuwanderer, die in Deutschland bleiben möchten, werden ebenfalls in die deutsche Gesellschaft eingegliedert. Auch das nennt man Integration.
 
Die Menschen, die nach Deutschland kommen, haben häufig eine andere Lebensweise. Sie sprechen eine andere Sprache und haben oft eine andere Religion. Wer hier in Deutschland leben will, muss auch mit der Lebensweise der Deutschen zurecht kommen. Dabei ist es besonders wichtig, die deutsche Sprache zu lernen und sich an die hier geltenden Regeln und Werte zu halten. Und auch hier gilt: Integration braucht immer zwei - einen, der sich integrieren will, und einen, der ihm ohne Vorurteile entgegenkommt. nach oben
Drei Kinder mit Migrationshintergrund blättern in Ordnern zu ihrem Deutsch-Sprachkurs

Was tut die Bundesregierung für die Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern?

Das Thema Integration ist für die Bundesregierung besonders wichtig. Deshalb gibt es eine Staatsministerin, die sich darum kümmert. Sie heißt Maria Böhmer und arbeitet im Bundeskanzleramt. Sie hat die Aufgabe, das Zusammenleben von Ausländern und Deutschen zu fördern. Außerdem hilft sie Migrantinnen und Migranten, also den Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, sich zu integrieren.
 
Im Jahr 2006 hat Bundeskanzlerin Angela Merkel zum ersten Integrationsgipfel eingeladen. Weil die Bundesregierung lieber mit und nicht über die Migrantinnen und Migranten reden wollte. Teilgenommen haben Menschen aus Migranten-Verbänden, Kirchen, aber auch aus Sportverbänden - alles Organisationen, die etwas mit dem Zusammenleben von Deutschen und Ausländern zu tun haben.
 
Die Teilnehmer erarbeiteten gemeinsam einen Nationalen Integrationsplan. Dieser Plan ist 200 Seiten dick. In ihm steht, wer was macht, damit Integration besser gelingt. Ganz bewusst werden dabei neue Wege gegangen. nach oben
Kind mit Migrationshintergrund in Klassenzimmer

Was muss jeder Einzelne tun?

Klar ist: Bildung ist der Schlüssel zur Integration von Zuwanderern und ihren Kindern. Alle Kinder und Jugendlichen sollen dieselben Chancen auf eine gute Ausbildung haben. Dazu müssen sie die deutsche Sprache gut sprechen.
 
Die Bundesregierung schafft dafür die Voraussetzungen: Sie unterstützt zum Beispiel Bildungspaten, die Kindern und Jugendlichen in der Schule helfen. Sie erhöht die Stundenzahl der Integrationskurse. Dort wird Ausländern die deutsche Sprache, Rechtsordnung, Kultur und Geschichte vermittelt.
 
Doch allein kann der Staat diese Aufgabe nicht erfüllen. Dies gelingt nur, indem jede und jeder - zugewandert oder einheimisch - sich konkret engagiert: in der Schule, im Beruf, im Sportverein und im Stadtteil. nach oben