Das kannst du dir wahrscheinlich gar nicht vorstellen: Auf der Welt gibt es ganz viele Kinder, die schon mit fünf oder sechs Jahren arbeiten müssen.
Sie gehen zum Beispiel aufs Feld oder mühen sich sogar in Bergbauminen ab. Nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen, Unicef, arbeiten heute 190 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren.
Die meisten dieser Länder, in denen Kinder arbeiten müssen, sind "Entwicklungsländer". Dort sind die Menschen sehr arm, müssen hungern oder leiden an Krankheiten, gegen die sie keine Medizin haben. Es gibt kaum Krankenhäuser und Ärzte. Selbst sauberes Wasser oder richtige Toiletten sind für viele einfach nicht da. In einigen Entwicklungsländern herrschen Kriege, wie zum Beispiel im Sudan oder in Afghanistan. Danach dauert es sehr lange, bis zerstörte Schulen, Krankenhäuser und Straßen wieder aufgebaut sind und die Menschen wieder versorgt werden können. Die Kinder dort würden gerne zur Schule gehen, aber oft gibt es in ihrem Ort gar keine Schulen. Oder sie können sich die Schule gar nicht leisten. Selbst Dinge, die für uns selbstverständlich sind, beispielsweise ein Bleistift oder Papier, sind für diese Kinder noch etwas ganz Besonderes.nach oben
Warum sind Entwicklungsländer besonders vom Klimawandel bedroht?
Arme Menschen können ihre Natur schlecht schützen. Wenn sie zum Beispiel keinen Strom haben, um zu kochen oder zu heizen, dann müssen sie Bäume fällen, um Feuerholz zu bekommen. Manche brennen sogar Wälder ab, damit sie dann Felder zum Anpflanzen von Getreide erhalten. Das Abholzen der Regenwälder schadet der ganzen Welt. Sie werden schließlich nicht umsonst "Lunge der Erde" genannt. Weniger Wälder bedeutet weniger gute Luft. Auch viele Tierarten verschwinden dadurch – und zwar für immer. Die Auswirkungen des Klimawandels treffen die Entwicklungsländer besonders. Gegen Unwetter oder Naturkatastrophen, die ganze Gebiete zerstören, können sich gerade die armen Länder am wenigsten wehren. Denn sie haben oft keine Frühwarnsysteme und wissen daher nicht, wann etwa Überschwemmungen oder ein Sturm drohen.nach oben
Warum sind die Entwicklungsländer auch reich?
Viele Entwicklungsländer sind aber nicht nur arm. Sie haben Rohstoffe, wie Erdöl, Zinn und Kupfer. Darauf sind die Industrieländer angewiesen. Sie brauchen beispielsweise Öl, damit die Maschinen betrieben werden können. Wenn die armen Länder ihr Öl verkaufen, kommt das Geld allerdings viel zu wenig der Bevölkerung zugute, indem Straßen, Schulen oder Krankenhäuser gebaut werden. Das liegt daran, dass die Regierungen der armen Länder das Geld oft nicht ausreichend für den Aufbau nutzen. Manchmal behalten sie einen Teil des Geldes einfach für sich und leisten sich teure Dinge. Durch diese Korruption werden also Gelder verschwendet, die an anderer Stelle sinnvoll eingesetzt werden könnten. Wenn das die Regierungen dieser Länder ändern würden, könnten sie sich auch schneller entwickeln.nach oben
Was kann Entwicklungspolitik leisten?
Entwicklungspolitik kann diesen Ländern helfen. Dafür hat die Bundesregierung ein eigenes Ministerium eingerichtet, das die Zusammenarbeit und Hilfe für Entwicklungsländer organisiert. Die Entwicklungspolitik sorgt dafür, dass sich die Regierungen in den armen Ländern um die Bevölkerung kümmern und auch auf die Bedürfnisse der Menschen dort achten. Man nennt das "Good Governance", das bedeutet "gute Regierungsführung". Wichtig ist dabei, dass es in Entwicklungsländern mehr Menschenrechte und Demokratie gibt. Dann entscheidet die Regierung nicht einfach nur, was sie will, sondern die Menschen dort dürfen auch selbst etwas sagen. Ohne, dass sie dafür Gewalt fürchten müssen. Deutschland ist ein wohlhabendes Land und trägt Verantwortung für die Armen unserer Welt. Deshalb leisten wir auch wirtschaftliche Hilfe. Das kann direkte Hilfe mit Geld oder Produkten sein. Oder deutsche Techniker und Ingenieure helfen in Entwicklungsländern bei bestimmten Projekten mit. Und schließlich: Die Bundesregierung achtet darauf, dass Regierungen in Entwicklungsländern den Prinzipien der "guten Regierungsführung" folgen.nach oben
Warum ist Bildung so wichtig?
Es geht aber nicht nur darum, den Regierungen der Entwicklungsländer zu helfen. Es geht vor allem darum, die Menschen dabei zu unterstützen, sich aus eigener Kraft aus ihrer Armut zu befreien. Das nennt man Hilfe zur Selbsthilfe. Das können sie vor allem schaffen, wenn sie gebildet sind, also lesen, schreiben und rechnen können. Denn dann brauchen sie nicht mehr als Kinder in einer Mine zu arbeiten, sondern können vielleicht Maschinen bauen, mit denen die Rohstoffe gewonnen werden können. Deshalb unterstützt die Bundesregierung insbesondere den Bau von Schulen und sorgt dafür, dass arme Kinder kostenlos zur Schule gehen können. Deutschland hilft auch, damit Jugendliche nach der Schule eine ordentliche Ausbildung machen können.nach oben