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Was versteht man in der Politik unter "Kreisen"?

Immer wieder ist im Fernsehen, im Radio und in den Zeitungen von so genannten Kreisen die Rede: von Regierungskreisen, Koalitionskreisen oder Parteikreisen.

Aus denen "verlautete" dann meist etwas, wie es umständlich heißt. Zum Beispiel, dass ein neues Gesetz geplant ist. Oder dass das, was ein Politiker gesagt hat, falsch ist. Oder dass die Steuern gesenkt werden sollen. Und, und, und. Aus "Kreisen" ist eine ganze Menge zu hören.

Wer verbirgt sich hinter den „Kreisen“?

Wer ist gemeint, wenn von diesen Kreisen die Rede ist? Mit der Formulierung sind keine festen Gruppen oder Runden gemeint. Im Gegenteil: Wenn Kreise zitiert werden, soll gerade verborgen bleiben, wer es der Journalistin oder dem Journalisten erzählt hat.

Und das geht so: Jemand sagt Journalisten etwas, sagt aber gleich dazu: "Schreiben Sie das bitte nicht unter meinem Namen, nur Kreise bitte." Damit ist für die Journalistin oder den Journalisten klar: Ich darf berichten, was gesagt worden ist, und auch, aus welcher Ecke es kommt. Nur von wem, soll ich nicht sagen.

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Mikrofone über den Köpfen von Journalisten während eines Politikerinterviews

Warum verbergen sich Politiker hinter den „Kreisen“?

Zu diesem Trick greifen Politiker nur selten, wenn sie sich nicht trauen, mit ihrer Meinung zitiert zu werden.

Häufiger liegt es daran, dass die oder der, der es der Presse erzählt, nicht der Chef seiner Gruppe ist und deshalb eigentlich gar nichts sagen dürfte. Oder weil mit anderen politischen Gruppen über eine Sache noch verhandelt wird und man dabei niemanden verärgern will. Oder weil ein Satz die Politiker in befreundeten Staaten verärgern könnte – und sie trotzdem von der Kritik erfahren sollen, nur eben nicht persönlich.

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Notizblock

Warum halten sich alle an die Abmachung?

Manchmal heißt es dann auch „Im Umfeld des Ministers wurde bekannt, dass ...“ oder „Aus der Behörde hieß es ...“. Die Vereinbarung, als Quelle einer Äußerung nur die berühmten „Kreise“ zu nennen, ist übrigens eine reine Vertrauensangelegenheit. Sozusagen eine Frage der Ehre.

Wird die Abmachung nämlich verletzt und nennt die Presse den Namen des Informanten, passiert erst mal gar nichts – außer, dass sich jemand ärgert. Und dass das Vertrauen zu der Journalistin, zu dem Journalisten zerstört ist. Und ohne Vertrauen gibt’s auch keine vertraulichen Informationen mehr. Deshalb wird die Abmachung meistens eingehalten.

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