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Auf ins Kindermuseum!

Kinder hören sich im Museum Informationstexte aus Kopfhörern an
Foto: picture-alliance / dpa
Spaß im Museum? Das geht!
Mal ehrlich, „Museum“ klingt doch immer ein bisschen nach Schlange-Stehen, nach Schildern wie „Anfassen verboten“, dicken Staubschichten und unfreundlich aussehenden Wächtern. Aber irgendwas ist anders hier im Museum "Labyrinth" mitten in Berlin-Wedding.

Gleich am Eingang steht ein riesiges Schuhregal, in dem blaue Stiefel und grüne Turnschuhe wild durcheinander purzeln. Das Kindermuseum hat seine eigenen Regeln, und die erste und wichtigste lautet: Schuhe ausziehen!

 

Auf dicken Socken oder Hausschuhen geht es ab auf den weichen Wohnzimmer-Teppich, der überall in dem ehemaligen Fabrikgebäude ausgelegt ist. Der riesige helle Raum wurde früher mal dazu genutzt, Maschinen für Streichhölzer herzustellen. Heute sieht man davon nicht mehr viel, denn statt für große Geräte ist jetzt jede Menge Platz zum Entdecken, Erleben und Erspielen.

 

Zusammen auf Entdeckungstour

Wie in den großen Museen für Erwachsene hat auch das "Labyrinth" verschiedene Ausstellungen zu unterschiedlichen Themen, die jeweils für ein paar Monate zu sehen sind. Der große Unterschied: Hier kommt es aufs Mitmachen an! Viele Stationen machen erst so richtig Spaß, wenn man zusammen auf Entdeckungstour geht.

Da ist zum Beispiel die Bewegungsstation, die vom Eingang aus als Erste zu sehen und vor allem zu hören ist! Hier heißt es Helm auf, ab auf den Roller, Hüpfball oder in den Rollstuhl und dann los über die Rennstrecke. Wer Lust hat, kann auch in die Rolle eines Polizisten schlüpfen und ganz stilecht mit Kelle und Mütze den Verkehr regeln. "Das ist natürlich ungewöhnlich, dass wir die Kinder hier zum Krach-Machen und Rumtoben ermutigen", sagt Nikola Mirza, der im Kindermuseum Labyrinth arbeitet. Aber er und die Leute vom Museum haben sich etwas dabei gedacht: Wer sich richtig ausgetobt hat, der kann sich hinterher auch wieder besser konzentrieren. Das kennst du ja auch aus der Schule.

Los Angeles - Berlin

Wie Kinder in anderen Ländern ihre Schule und ihren Alltag erleben, dass ist übrigens auch ein Thema im Labyrinth. Von der Bewegungsstation aus sind es nur ein paar Schritte Richtung Erholungsecke zur Sonderausstellung "Los Angeles – Berlin". Seit vierzig Jahren haben die beiden Städte schon eine Partnerschaft.

Zum Jubiläum im letzten Jahr haben Mädchen und Jungen von der Wilhelm-Hauff-Grundschule in Berlin-Wedding und Kinder aus der amerikanischen Stadt Los Angeles mit Fotos, Papier und Stift sich selbst und ihre Lebenswelt gebastelt. Herausgekommen sind ganz unterschiedliche Kunstwerke, witzige Bilder und persönliche Texte, die in elf Holzboxen untergebracht sind und in fremde Welten entführen. Eine tolle Möglichkeit, das Leben in der Stadt der großen Hollywood-Filme kennen zu lernen!

Prinzessin oder Ritter sein

Über die großen Treppen an den Seiten der Halle geht es hoch in die zweite Museums-Etage. Hier findet man die beiden "Turmzimmer" für echte Prinzessinnen und verwegene Ritter. Einen ganzen Schrank voll mit selbstgenähten Kostümen hat das Labyrinth, weil Verkleiden eben nicht nur an Fasching Spaß macht.

Und so sitzen auch kleine Schneewittchen in der Zahlenstation und grübeln über Mathe-Experimenten, steht Zorro in der Kochecke und lernt, wie man ein gesundes Pausenbrot selber macht, während coole Cowboys mit Worten und Buchstaben basteln. Auch vom Alter her ist das Publikum bunt gemischt: Die Jüngsten finden auf der "Zwergenwiese" ebenso viel Unterhaltung wie die ganz Großen im "Riesengebirge", wo es Kaffee, Kuchen und jede Menge Info-Material gibt. Bei den einzelnen Stationen fühlen sich Kinder bis 10 Jahre am besten aufgehoben.

"Bahn frei für Schlauspieler" heißt die Ausstellung übrigens und läuft noch bis Mai 2009. Das soll bedeuten: Wer richtig spielt, der ist auch fit im Lernen und in der Schule. Und wer einmal erfahren hat, dass "Museum" eben auch Spaß, Entdecken und Abenteuer bedeuten kann, der bekommt danach bestimmt auch Lust auf mehr!

 

Kindermuseen gibt es nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland. Hier warten viele Angebote für Drei- bis Zwölfjährige. Unter folgendem Link kannst du nachschauen, wo du in deiner Nähe etwas findest:

> Kinder im Museum

Aber auch die "Erwachsenenmuseen" haben regelmäßig Angebote für Kinder. Oft finden spezielle Kurse in den Ferien statt, die zum Beispiel einen Schwerpunkt auf Kunst oder Geschichte legen. Viele Informationen findet man im Internet, ansonsten einfach in den Museen anrufen und nachfragen!